Verbands-Info

„Ein Tag am College“

Viele junge Athleten fragen uns oft wie denn ein typischer Tag als Sportler am College so aussieht. Eine Frage über die wir uns jedes Mal wieder sehr freuen, weil sie zeigt, dass sich die Spieler Gedanken darüber machen ob Ihnen ein Leben in den USA gefallen würde.

Heute geht es genau darum – ein typischer Tagesablauf. Da die Erfahrungen von ehemaligen College-Athleten sehr unterschiedlich ausfallen können, stellen wir euch heute einen meiner persönlichen (Yannick Weihs) Tagesabläufe an der University of Denver vor:

07.00 - Tougher Start
Bis heute eine meiner unangenehmsten Erinnerungen :), aber das wäre zu der Uhrzeit in Österreich wahrscheinlich nicht viel anders gewesen...

08.02 - Mit Verspätung in die Vorlesung
Obwohl ich nur 5 Minuten zu Fuß von unserer Business School entfernt gewohnt habe, habe ich es geschafft jeden 2. Tag zu spät in der Vorlesung zu sitzen. Glücklicherweise war unsere Uni - und dadurch auch die Klassengröße - relativ klein mit ungefähr 4.000 Bachelor-Studenten und Professoren lernen die Studenten schnell persönlich kennen. Dadurch waren diese auch etwas nachsichtiger mit mir...
Die Vorlesungen und Vortragenden waren richtig gut. Die Art der Klassen war definitiv anders als das oft in Österreich der Fall ist, mit einem angenehmen Verhältnis zwischen Lehrern und Studenten und einer sehr praxisorientierten Herangehensweise. Wir hatten immer viele Präsentationen und Gruppenprojekte, die dich dazu bringen aktiv mitzuarbeiten und deine Sichtweise einzubringen. Also nichts mit „auswendig lernen und danach gleich wieder vergessen“. Grob gesagt zählten die Prüfungen für circa 65% der Endnote und die restlichen 35% wurden durch Mitarbeit, Projekte und Präsentationen vergeben.

12.00 - Subway oder Spaghetti?

Ich bin auch heute noch weit vom Starkoch entfernt, aber zu Unizeiten waren meine Kochkünste noch limitierter und auf Spaghetti und Palatschinken limitiert. Glücklicher-weise gab es einen Subway und ähnliche Fast-Food Ketten um die Ecke meines Apartments die mein Leben um einiges erleichtert haben.

12.30 - Vor dem Training
Die flexibelste Zeit des Tages. Abhängig von meinem körperlichen Zustand habe ich entweder meine Uniarbeiten erledigt, bin zum Physiotherapeuten gegangen oder habe mich aufs Training vorbereitet. Ein Besuch beim Physio hat sich immer ausgezahlt, selbst wenn man gar keine Wehwehchen hatte, da dort immer alle Athleten der unterschiedlichsten Sportarten versammelt waren - die optimale Gerüchteküche um sich am Laufenden zu halten :) Dadurch dass sich an unserer Uni fast alle Sportler untereinander kannten, war das jeden Tag ein wichtiger „Termin“.

_4__Ein_Tag_am_US_College_photo_2 

Unser Sports Center an der University of Denver

14.30 - Tennistraining
Wir hatten eine tolle Anlage mit 6 Freiplätzen direkt neben dem Fußballplatz. Die Trainingseinheiten dauerten in der Regel 2,5 Stunden und waren sehr anstrengend. Mein Team war in der NCAA D-I und wir hatten zu meiner Zeit ein gutes Ranking und hohe Ambitionen. Unsere Coaches haben uns deshalb richtig angetrieben um täglich hart an uns zu arbeiten. Obwohl die Trainings äußerst intensiv und teils mühsam waren, hat mich die Zeit am Tennisplatz in den USA wahrscheinlich mehr reifen lassen als alles andere. Ich muss dazu sagen, dass ich die Stärke der Collegeliga definitiv unterschätzt hatte bevor ich nach Amerika gezogen bin. Die Trainings sind extrem professionell und es werden immer 100% von dir verlangt. War dies nicht der Fall oder ist ein Schläger geflogen, musste das gesamte Team Strafübungen absolvieren. Und das ist wahrscheinlich auch schon das einzige was meine Bundesheerzeit mit Collegetennis gemeinsam hatte: kollektive aber effektive Strafübungen...

17.00 - Konditraining
2-3 mal pro Woche hatten wir Konditraining. Wir sind meist in die Kraftkammer gegangen: harte Arbeit, aber ein Riesenspaß. Manchmal mussten wir auch toughe Sprint-Intervall-Trainings machen, die einige von uns richtig an die körperlichen Grenzen stoßen ließ.

18.30 - Die Cafeteria – die schönste Zeit des Tages
Hundemüde vom Training hat unser Team normalerweise gemeinsam in der Uni-Cafeteria zu Abend gegessen. Als Student hat man in der Regel einen unlimitierten „Meal-Plan“, der mit unserer österreichischen Vollpension vergleichbar ist: Essen ohne Ende :)

20.00 - Hausaufgaben
Rückblickend betrachtet wahrscheinlich der härteste Teil des Tages. Müde, vollgegessen und ein Berg an Aufgaben vorm Schlafengehen. Ständig Projekte die abzugeben waren - die Kehrseite von praxisorientierten Vorlesungen. Nach rund 3,5 Stunden Training nicht unbedingt angenehm und auch oft schwierig sich zu konzentrieren. Aber eine andere Wahl hatte man auch nicht wirklich also hieß es effizient zu sein und diesen Teil des Tages möglichst kurz zu halten (1-2 Stunden/Tag). Die Motivation das zu schaffen war jedenfalls groß, weil man danach mit den anderen Spielern oder Studienkollegen Zeit verbringen konnte beim Billard spielen, FIFA-zocken oder Fernsehen... Ein weiterer Riesenvorteil an einem kleinen College zu studieren: man ist nicht mehr als 10 Minuten von all seinen Freunden entfernt.

24.00 - Bedtime
Um Mitternacht hat es uns dann aber meistens auch schon gereicht, weil der Wecker um 07.00 in der Früh klingelt und man auch am College chancenlos gegen den Klingelton ist.

Unter der Woche war das mein täglicher Tagesablauf für 4 Jahre als College-Tennisspieler. (Über ein typisches Wochenende schreiben wir in einem der nächsten Artikel) Um ehrlich zu sein gab es Zeiten, wo ich ans Aufhören gedacht habe. Aber ich bin froh dabei geblieben zu sein, weil es zusammengefasst eine unglaubliche Zeit war. Die Reiseerfahrungen, Turniere spielen, mit Teamkollegen Erfolge feiern und die Freundschaften haben für alles mehr als entschädigt.

Solltest du dir Collegetennis vorstellen können – mach es!
Die Erfahrungen die du erlebst sind unbezahlbar, aber sei dir bewusst, dass es kein Urlaub ist :-)

Hast du Fragen über College Tennis oder bist du dir unsicher, ob deine Spielstärke für College Tennis ausreichen würde? Schreib uns einfach ein E-Mail an contact@smarthlete.com und wir helfen dir gerne weiter! Oder bist du vielleicht sogar schon soweit dir ein Recruiting Profile auf Smarthlete zu erstellen, damit Coaches mit dir in Kontakt treten können? Im nächsten Artikel stellen wir euch vor, wie die College „Meisterschafts“-Saison in den USA abläuft und die ist ab Frühling bereits voll im Gang.

Die Jungs von Smarthlete

Smarthlete ist ein soziales Netzwerk für „College Sports Recruiting“, dessen Ziel es ist junge Tennisspieler über die einzigartige Möglichkeit „College Tennis“ zu informieren. Wir freuen uns täglich neue College Coaches auf Smarthlete zu begrüßen, die mit interessanten Tennisspielern, wie dir, in Kontakt kommen und Tennis-Stipendien anbieten.
Melde dich an und folge uns auf Facebook, Twitter, oder Instagram, um mit Neuigkeiten und Interessantem aus der College Tennis Welt versorgt zu bleiben!


Bilder:
Bild I - Taber Andrew Bain
Bild II - Ephilli2

Top Themen der Redaktion

Kids & Jugend

6. - 8. Oktober 2017

Rabl und Kühbauer zu Nationaltraining eingeladen

ÖTV-U12-Trainer Robert Maieritsch machte sich in der Südstadt ein erstes Bild von jenen Talenten, mit denen er im kommenden Jahr zusammenarbeiten wird. Eine Einladung flatterte auch für Leonie Rabl (TC Rohrbach) und Kim Kühbauer (TC Wulkaprodersdorf)...

Verbands-Info

Erste Bank Open 2017 - Gewinnspiel

Der BTV verlost 2x2 Tickets für den Semifinaltag (Samstag, 28.10.2017) und 1x2 Tickets für den Finaltag (Sonntag, 29.10.2017) für die Erste Bank Open 2017.

Verbands-Info Kids & Jugend

Spark 7 Kids Day - 2017

Der Eintritt zum KIDS DAY im Rahmen der Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle, ist frei.