Verbands-Info

DENKWÜRDIGER AUFSTIEG DES UTC OBERWART IN DIE STAATSLIGA

So etwas erlebt man nicht alle Tage. Emotionen und Dramatik pur und Tennissport auf allerhöchstem Niveau erlebten rund 350 Zuseher auf der Anlage des OTC Ober St. Veit in Wien

Zunächst lief alles für die Burgenländer. Clemens Weinhandl sorgte nach 2,5 Stunden mit einem 6/1 2/6 6/4 Sieg gegen den starken Dominik Bierent für die 1:0 Führung. „Bis 6/1 2/0 hervorragend gespielt, dann Kampf pur. Habe wegen der stärkeren Nerven gewonnen“. Georg Novak lieferte seinen bereits üblichen Kampf ab und bezwang kurz darauf Alexander Tisch ebenfalls mit 6/4 im 3.Satz „Nach dem 1. Satz sah es gar nicht gut aus. Habe meine wenigen Chancen dann aber eiskalt genützt.“ Die 2 vermeintlichen Schlüsselpartien waren somit gewonnen. Martin Hromerc hatte nach einer 6/2 5/2 Führung gegen den Deutschen Tobias Gerbig härter zu kämpfen als erwartet und gewann nach fast 3 Stunden ebenfalls knapp in 3 Sätzen. „Bin mit meiner Leistung zwar nicht zufrieden, aber Hauptsache gewonnen.“ Ladi Svarc sorgte mit einem überraschend klaren und souveränen 6/2 6/3 gegen die Nummer 1 der Wiener, Kristofer Sotiriu, für die vermeintlich sichere 4/0 Führung. Dann nahm das Spiel aber eine dramatische Wendung. Zunächst verlor Andreas Kassanits gegen den jungen Walter Kubicka nach 2 vergebenen Satzbällen im 1.Satz mit 6/7 2/6. Danach enttäuschte Thomas Weindorfer, der den nächsten 3 Satz Thriller an diesem Tag mit 4/6 im 3. Satz gegen Christoph Csar verlor. Mit einer 4/2 Führung ging man somit in die Doppel. Und schon nach den Aufstellungen schwante man auf Seiten der Oberwarter nichts Gutes. Das enttäuschende 3er Doppel Weindorfer /Kassanits verlor nach bereits einer Stunde und die als Fixpunkt erhoffte Paarung Svarc/Hromerc verlor einen dramatischen Kampf gegen das starke Wiener Doppel Sotiriu/Tisch mit 6/4 6/7 6/7. Danach strömten alle Zuseher zum letzten und alles entscheidenden Doppel Csar/Bierent gegen die Oberwarter Novak/Weinhandl. Sprechchöre von beiden Lagern nach beinahe jedem Punkt und die bereits anbrechende Dunkelheit, verbunden mit einem unglaublichen Kampf machten diese Minuten für die Oberwarter zu etwas Unvergesslichem. Nach fast 3 Stunden und einer Gesamtspielzeit von 8,5 Stunden gewannen Novak/Weinhandl das Doppel mit 7/6 4/6 6/3 und die Oberwarter das Match mit 5/4. Freudentränen gepaart mit Sektduschen, Sprechgesänge mit am Boden liegenden Spielern und Fans….

Weitere Statements:

Mannschaftsführer Klaus Kojnek: Großer Dank an unsere Oberwarter Fans, die so zahlreich nach Wien gekommen sind und uns so toll unterstützt haben! Eine von beiden Seiten zwar weitgehend fair, aber doch übermäßig emotional geführte Partie. Großer Stolz, in der Sportart, in der die meisten Mannschaften Österreichs um Titel spielen, unter den besten 16 zu stehen.

Clemens Weinhandl: Emotional das größte, was ich bisher im Tennis erlebt habe. Die Mannschaft ist von Position 1-8 charakterlich und sportlich großartig. Hervorzuheben ist aber Klaus Kojnek. Ohne ihn wäre dieser Traum niemals möglich geworden.

Georg Novak: Wir haben Herz bewiesen. Als wir nach dem Matchball am Boden lagen, dachte ich, ich träumte. Clemens war im 3. Satz schon sehr müde. Ich sagte ihm, er könne die nächsten 10 Jahre müde sein, aber nicht jetzt. Das hat gewirkt.

Andreas Kassanits: Spiele seit fast 30 Jahren Mannschafstennis, aber das habe ich noch nie erlebt.

Daniel Kienegger: In der Landesliga spielen, kann bald wer, aber einmal in der Staatsliga anzutreten, das ist schon etwas ganz Besonderes.

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